Elektriker hält eine Wiha Strommesszange und einen zweipoligen Wiha Spannungsprüfer in der Hand

Wiha Produktwissen

Elektrische Messgeräte für Elektriker

Spannung, Strom und viele weitere Messgrößen sicher und zuverlässig bestimmen: welches Mess- und Prüfgerät wofür gedacht ist, wie damit gemessen wird und worauf es bei der Messkategorie ankommt.

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Sicher arbeiten an elektrischen Anlagen

Erst messen, dann arbeiten

Wer an Leitungen, Verteilern oder Steckdosen arbeitet, muss vorher wissen, was dort anliegt. Spannung, Strom, Widerstand oder Durchgang: Erst die Messung zeigt, ob eine Anlage spannungsfrei ist, ob eine Installation richtig verdrahtet wurde oder wo ein Fehler steckt. Ohne die passenden elektrischen Messgeräte lassen sich Installation, Wartung und Instandhaltung weder sicher noch zuverlässig erledigen.

Dabei gibt es nicht das eine Gerät für alles. Multimeter, Strommesszange und zweipoliger Spannungsprüfer decken die meisten Aufgaben im Elektrikeralltag ab. Für bestimmte Prüfungen – Drehfeld, Durchgang, Steckdose oder die schnelle Vorprüfung ohne Kontakt – gibt es spezialisierte Prüfgeräte. Diese Übersicht zeigt, welches Messgerät wofür gedacht ist, wie damit gemessen wird und welche Messkategorie es braucht.

WIHA PRODUKTE
Elektriker misst mit einem Wiha Digitalmultimeter an der Außeneinheit einer Klimaanlage

Übersicht

Welches Messgerät für welche Aufgabe?

Elektrische Messgeräte lassen sich grob in zwei Gruppen teilen: vielseitige Geräte, die jeden Tag im Einsatz sind, und spezialisierte Prüfgeräte für einzelne Messaufgaben. Wer beide Gruppen im Werkzeugkoffer hat, ist für Installation, Wartung und Fehlersuche gerüstet.

Grundausstattung
  • Multimeter
    misst nahezu alle elektrischen Größen – AC und DC
  • Strommesszange
    hohe Ströme bis 400 A, ohne den Leiter aufzutrennen
  • Zweipoliger Spannungsprüfer
    stellt die Spannungsfreiheit sicher fest
Spezielle Prüfungen
  • Drehfeldrichtungsanzeiger
    Drehrichtung und Phasen im Drehstromnetz
  • Durchgangsprüfer
    Verbindung zwischen zwei Punkten prüfen
  • Steckdosentester
    Vorprüfung von Schutzkontaktsteckdosen
  • Berührungsloser Spannungsprüfer
    schnelle Vorprüfung ohne Kontakt

Die Grundausstattung

Multifunktionale Messgeräte für den Elektrikeralltag

Multimeter, Strommesszange und zweipoliger Spannungsprüfer decken den Großteil aller Messungen im Niederspannungsbereich ab – bei Wartung und Instandhaltung, bei Reparaturen und bei der Fehlersuche in neuen Installationen.

Wiha Digitalmultimeter mit Messleitungen bei der Messung im Verteilerschrank

Der Allrounder

Multimeter

Spannung · Strom · Widerstand · Frequenz · Kapazität · Temperatur

Das Multimeter ist das universelle Messgerät im Niederspannungsbereich. Es misst Gleichspannung (DC) und Wechselspannung (AC) und prüft zum Beispiel eine Autobatterie ebenso wie eine Steckdose – bei Wartung, Reparatur und Installation.

So wird gemessen

Die Messart wird am Drehschalter gewählt, den Messbereich stellen die Wiha Multimeter automatisch ein. Die schwarze Messleitung kommt in die Minus-, die rote in die Plusbuchse, für Ströme bis 10 A gibt es eine dritte Buchse. Dann werden die Prüfspitzen an die beiden Messpunkte gehalten.

Wiha Strommesszange bei der Messung in einer geöffneten Ladesäule für Elektrofahrzeuge

Für hohe Ströme

Strommesszange

bis 400 A · bis 1.000 V AC / 1.500 V DC · True RMS

Die Strommesszange beherrscht bis auf die Temperatur alle Messungen eines Multimeters, bei Gleich- und Wechselspannung. Ihre Stärke ist der Strom: Statt 10 A misst sie bis zu 400 A – über die Klemmbacken, ohne den Leiter aufzutrennen und ohne den Stromkreis abzuschalten. Das erhöht die Sicherheit und spart Zeit.

So wird gemessen

Zuerst den Drehschalter auf die gewünschte Messung stellen. Für die Strommessung öffnet der Freigabehebel die Klemmbacken, die dann den Leiter umschließen. Spannung, Widerstand, Frequenz und Kapazität sowie Durchgangs- und Diodentest laufen über die Messleitungen mit Prüfspitzen.

Zweipoliger Wiha Spannungs- und Durchgangsprüfer an einer roten CEE-Drehstromsteckdose

Für die Spannungsfreiheit

Zweipoliger Spannungsprüfer

AC und DC · Durchgangs- und Drehfeldprüfung · FI-Taste

Der zweipolige Spannungsprüfer unterliegt der VDE-Norm und ist das Gerät, um vor Arbeitsbeginn die Spannungsfreiheit einer Anlage festzustellen. Dazu kommen Durchgangsprüfung, optische Drehfeldprüfung, Einpolprüfung und automatische Polaritätserkennung. Er arbeitet erdungsunabhängig, prüft so die Außenleiter im Drehstromnetz und löst per FI-Taste den Fehlerstromschutzschalter aus.

So wird gemessen

Das Gerät schaltet sich automatisch ein, sobald beide Prüfspitzen Kontakt haben. Die Spitzen werden an zwei unterschiedliche Potenziale gelegt, zum Beispiel an zwei Leitungen. Die anliegende Spannung erscheint auf der LED- oder LCD-Anzeige.

Elektriker prüft eine Ladestation für Elektrofahrzeuge an der Hauswand mit einem Wiha Messgerät

eMobility und Photovoltaik

Neue Anlagen, neue Messaufgaben

Ladestationen und Photovoltaikanlagen gehören längst zum Alltag im Elektrohandwerk. An Anlagen, die sich nicht einfach abschalten lassen, misst die Wiha Strommesszange den Strom ohne Unterbrechung des Stromkreises – und Gleichspannungen bis 1.500 V DC. Für die Prüfung auf Spannungsfreiheit gibt es den zweipoligen Spannungsprüfer in einer eigenen eMobility-Ausführung.

Spezielle Prüfungen

Prüfgeräte für spezifische Messaufgaben

Für bestimmte Prüfungen sind spezialisierte Geräte schneller und eindeutiger als ein Allrounder. Diese vier ergänzen die Grundausstattung:

Wiha Drehfeldrichtungsanzeiger in der Hand, angeschlossen an einen CEE-Drehstromanschluss

Drehfeldrichtungsanzeiger

100 – 700 V AC · CAT IV

Bestimmt in einer Dreiphasen-Stromversorgung die Drehrichtung und zeigt, welche Phasen Spannung führen. Drehstrom begegnet dem Elektriker in Verteilnetzen, an Starkstromanschlüssen und bei Antrieben, etwa in Aufzügen oder Elektrofahrzeugen.

So wird gemessen: Die Prüfspitzen L1, L2 und L3 werden mit dem Drehstromnetz verbunden. LEDs zeigen die Außenleiterspannungen, eine weitere LED ein Rechts- oder Linksdrehfeld.

Elektriker prüft mit dem Wiha Durchgangsprüfer die Verdrahtung im Verteilerschrank

Durchgangsprüfer

bis 400 V AC · CAT II

Zeigt optisch und akustisch, ob zwei Punkte elektrisch miteinander verbunden sind – um die Verdrahtung einer Installation zu kontrollieren oder Störungen in bestehenden Anlagen aufzuspüren. Eine Batterie erzeugt dafür eine ungefährliche Prüfspannung.

So wird gemessen: Die beiden Prüfspitzen an die Punkte legen. Signalton und LED melden, ob eine Verbindung besteht.

Wiha Steckdosentester in einer Schutzkontaktsteckdose, die LEDs zeigen den Anschlusszustand

Steckdosentester

230 V AC · CAT II · Typ C / Typ F

Prüft Schutzkontaktsteckdosen, Kabeltrommeln und Verlängerungsleitungen und hilft so, Personen- und Sachschäden früh vorzubeugen. Für Elektrofachkräfte das Gerät für die schnelle Vorprüfung von Steckdosen.

So wird gemessen: Einstecken, die leuchtenden LEDs mit der aufgedruckten Statustabelle abgleichen und bei korrektem Anschluss den FI per Taste auslösen.

Berührungsloser einpoliger Wiha Spannungsprüfer mit leuchtender Spitze vor einer Steckdose

Berührungsloser Spannungsprüfer

12 – 1.000 V AC oder 90 – 1.000 V AC · auch EX-geschützt

Erkennt Wechselspannung per Sensor, ohne den Leiter zu berühren. Er gibt einen ersten Hinweis auf Spannung, deckt Leitungsunterbrechungen auf und prüft Steckdosen, Kabel, Leuchten oder Schalter. Für explosionsgefährdete Bereiche gibt es eine ATEX-Ausführung. Zum Feststellen der Spannungsfreiheit vor dem Arbeiten ist er nicht geeignet.

So wird gemessen: Einschalten – eine grüne LED zeigt die Betriebsbereitschaft. Dann das Gerät dem Prüfobjekt nähern, ohne es zu berühren. Ein optisches oder akustisches Signal meldet Spannung.

Grafik der Messkategorien CAT I bis CAT IV von der Taschenlampe über Haushaltsgeräte und Verteilung bis zum Hausanschluss

Messkategorien

CAT I bis CAT IV: Welche Messkategorie wofür?

Die Messkategorie gibt an, an welcher Stelle einer Niederspannuninstallation ein Messgerät eingesetzt werden darf. Je näher die Messstelle am Hausanschluss liegt, desto höher muss die Kategorie sein. Ein Messgerät muss mindestens für die Kategorie zugelassen sein, in der gemessen wird.

CAT I

Geschützte Elektronik, Batteriebetrieb

Messungen an Stromkreisen ohne direkte Verbindung zum Netz.

Beispiele: Autobatterie, Taschenlampe und andere batteriebetriebene Geräte

CAT II

Einphasige Verbraucher an der Steckdose

Messungen an Stromkreisen, die über einen Stecker direkt mit dem Niederspannungsnetz verbunden sind.

Beispiele: Haushaltsgeräte, tragbare Elektrogeräte, Steckdosen mehr als 10 m von einer CAT-III- bzw. mehr als 20 m von einer CAT-IV-Quelle entfernt

CAT III

Gebäudeinstallation und Drehstromverteilung

Messungen innerhalb der festen Gebäudeinstallation, einschließlich einphasiger gewerblicher Beleuchtung.

Beispiele: Verteilungstafeln, Sammelschienen, Beleuchtungssysteme in großen Gebäuden, Starkstromsteckdosen

CAT IV

Quelle der Niederspannungsinstallation

Messungen direkt am Anschluss an das Versorgungsnetz, einschließlich der Versorgungsleitungen vom Anschlusspunkt zum Gebäude.

Beispiele: Stromzähler, Hauptanschluss, Hausanschlusskästen, Niederspannungsfreileitungen zu Gebäuden

FAQ

Häufige Fragen zu elektrischen Messgeräten

Welche Messgeräte braucht ein Elektriker?

Die Grundausstattung besteht aus Multimeter, Strommesszange und zweipoligem Spannungsprüfer – damit lassen sich die meisten Messungen im Niederspannungsbereich erledigen. Je nach Aufgabe kommen Drehfeldrichtungsanzeiger, Durchgangsprüfer, Steckdosentester und ein berührungsloser Spannungsprüfer für die schnelle Vorprüfung dazu.

Multimeter oder Strommesszange – was ist der Unterschied?

Beide messen Spannung, Strom, Widerstand, Frequenz und Kapazität, jeweils für Gleich- und Wechselspannung. Das Multimeter misst zusätzlich die Temperatur, ist beim Strom aber auf 10 A begrenzt, und der Stromkreis muss dafür aufgetrennt werden. Die Strommesszange misst bis zu 400 A berührungslos über ihre Klemmbacken – ohne den Leiter aufzutrennen und ohne den Stromkreis abzuschalten.

Was ist der Unterschied zwischen einpoligem und zweipoligem Spannungsprüfer?

Der zweipolige Spannungsprüfer unterliegt der VDE-Norm für Spannungsprüfer und wird eingesetzt, um die Spannungsfreiheit einer Anlage festzustellen, bevor daran gearbeitet wird. Der einpolige, berührungslose Spannungsprüfer unterliegt dagegen nur der allgemeinen Norm für Mess- und Prüfgeräte (DIN EN 61010-1, DIN VDE 0411-1) und liefert lediglich einen ersten Hinweis, ob Spannung anliegt.

Darf ich mit einem berührungslosen Spannungsprüfer die Spannungsfreiheit feststellen?

Nein. Ein berührungsloser Spannungsprüfer eignet sich für die schnelle Vorprüfung – etwa um Leitungsunterbrechungen zu finden oder zu klären, ob eine Leuchte abgeschaltet oder defekt ist. Bevor an einer Anlage gearbeitet wird, muss die Spannungsfreiheit mit einem zweipoligen Spannungsprüfer festgestellt werden.

Was bedeuten CAT III und CAT IV bei Messgeräten?

Die Messkategorie legt fest, wo in der Installation gemessen werden darf. CAT III steht für Messungen innerhalb der Gebäudeinstallation, zum Beispiel an Verteilungstafeln, Sammelschienen oder Starkstromsteckdosen. CAT IV gilt für Messungen direkt an der Quelle der Niederspannungsinstallation – am Stromzähler, am Hauptanschluss oder am Hausanschlusskasten.

Was bedeutet True RMS bei einer Strommesszange?

True RMS steht für die Messung des echten Effektivwerts. Ein Gerät mit True RMS zeigt auch bei verzerrten, nicht sinusförmigen Strömen und Spannungen den korrekten Wert an – etwa an Anlagen mit Frequenzumrichtern, Netzteilen oder Ladetechnik. Die Wiha Strommesszange bis 1.000 V AC arbeitet mit True RMS.

Wie funktioniert ein Steckdosentester?

Der Steckdosentester wird in die unter Spannung stehende Schutzkontaktsteckdose, Kabeltrommel oder Verlängerungsleitung gesteckt. Die aufleuchtenden LEDs werden mit der Statustabelle auf dem Gerät abgeglichen – so zeigen sich zum Beispiel ein fehlender Neutral- oder Schutzleiter oder vertauschte Leiter. Ist alles korrekt angeschlossen, kann über die FI-Taste der Fehlerstromschutzschalter ausgelöst werden.

Wofür braucht man einen Drehfeldrichtungsanzeiger?

Er zeigt in einem Drehstromnetz an, welche Außenleiter Spannung führen und ob ein Rechts- oder Linksdrehfeld vorliegt. Das ist zum Beispiel wichtig, bevor Drehstrommotoren, Aufzugsantriebe oder Ladetechnik angeschlossen werden, damit die Drehrichtung stimmt.

Wie wird mit einem Multimeter richtig gemessen?

Die Messleitungen werden farblich passend eingesteckt: Schwarz in die Minusbuchse, Rot in die Plusbuchse. Für Strommessungen bis 10 A gibt es eine eigene dritte Buchse. Dann wird am Drehschalter die Messart gewählt – den Messbereich wählen die Wiha Multimeter automatisch – und die Prüfspitzen werden an die beiden Messpunkte gehalten. Bei Gleichstrom zeigen Rot und Schwarz zugleich die Polarität an.

Fazit

Das richtige Messgerät für jede Prüfung

Multimeter, Strommesszange und zweipoliger Spannungsprüfer bilden die Grundausstattung für den Elektrikeralltag. Drehfeldrichtungsanzeiger, Durchgangsprüfer, Steckdosentester und berührungsloser Spannungsprüfer ergänzen sie für spezielle Prüfungen. Wer zusätzlich auf die passende Messkategorie achtet, misst sicher und zuverlässig – vom Batteriegerät bis zum Hausanschluss.

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